… sind wir 2 glückliche frischgebackene Halbmarathon-Absolventen ;-)

Sonntag morgen … 5:30 Uhr … der Wecker rappelt … draussen äußerst ungemütliches Wetter … ich frage mich selbst “Bist Du eigentlich total bescheuert?” … eigentlich könnte man ja noch ein paar Stündchen im schön warmen Bett bleiben. Naja, aber um 6:00 Uhr muss ich raus, denn dann geht’s nach Frankfurt zu meinem ersten Halbmarathon. Dass es draussen stürmt und regnet steigert meine Motivation nicht wirklich … aber nach 3 Monaten grosse Klappe muss ich da jetzt durch.
Ich bin allerdings sehr dankbar über meine Begleitung: Jasmin als moralische Stütze und Stefan, der genauso verrückt ist wie ich.
Als wir gegen 7:45 in Frankfurt ins Parkhaus am Nordwestzentrum fahren, bin ich schon ein wenig aufgeregt – bin doch noch nie bei so einer Veranstaltung mitgelaufen. Doch unter den vielen Läufern, die überall aus den Autos steigen fühlt man sich schnell wohl und die Aufregung legt sich wieder.
Obwohl hier ziemlich viel los ist, sind die Startnummern samt Championchip zur Zeitmessung schnell organisiert und “angebracht”. Draussen ist es recht kalt und ich entscheide mich doch in langen Klamotten zu laufen. Ein bisschen den Start/Ziel-Bereich erkunden, ein wenig frieren, ein wenig warmlaufen und dummes Zeug reden, nochmal aufs Dixi-Klo – und die Zeit bis zum Start gegen 9 Uhr ist schnell vorbei.
Gestartet wird in Blöcken mit unterschiedlichen Zielzeiten. Wir wollten uns eigentlich bei 1:50 einordnen, hat aber nicht ganz geklappt, also starten wir im 2:00 Stunden-Block … war aber ganz gut, denn der 2-Stunden-Pacemaker legt schon ein ganz gutes Tempo vor. Anfangs kann ich das Tempo schlecht einschätzen, bin gespannt auf das 1km-Schild … aha, genau 5:30min … 2km … 11:00min … 3km … 16:30min … ein ziemlich konstanter 5:30er-Schnitt … es läuft sich eigentlich ziemlich locker … erste Hochrechnungen im Kopf: 1 Stunde 55 Minuten wären drin. Nach 4 Kilometern meint der Stefan wir sollten getrennt laufen, sein Knie macht schon die ganze Woche Probleme. Zuerst habe ich ein schlechtes Gewissen, aber es läuft zu gut … es geht Richtung Innenstadt, Kilometer für Kilometer gewinne ich im Schnitt ein paar Sekunden dazu, irgendwann überhole ich den 2-Stunden-Pacemaker und nach 10km habe ich eine Zwischenzeit von etwa 52:00 Minuten. Mir wird zum ersten Mal bewusst, dass ich bei dem Tempo ne Zeit von 1 Stunde 52 Minuten schaffen könnte, nach 12km am Mainufer in der Frankfurter Innenstadt rechne ich schon mit 1 Stunde 49 Minuten … und damit ist dann entgültig mein Ehrgeiz gepackt: das Ziel heißt nich mehr unter 2 Stunden bleiben, sondern unter 1:50 … hoffentlich halte ich das durch! Ich bin viel zu warm angezogen. Zwar kämpfe ich zwischendurch immer mal wieder mit Gegenwind, aber die Sonne scheint. Es geht wieder zurück Richtung Nordwestzentrum. Der zweite Getränkestand tut sehr gut, auch wenn ich den halben Becher an mir vorbeikippe, aber ich darf keine Zeit verlieren. Nach 15km merke ich das erste Mal, dass meine Kräfte ein wenig nachlassen. An den Seitenstreifen die ersten Läufer, die aufgegeben haben, noch 6 Kilometer … ab jetzt isses Kopfsache: nicht zu viel nachdenken, Geschwindigkeit halten, die Anzeichen von Blasen am rechten Fuss ignorieren … ich will die 1:50 knacken. Ab jetzt warte ich sehnsüchtig auf jedes einzelne KM-Schild … noch 5 … noch 4 … noch 3 … noch 2 … den letzten Kilometer wollte ich eigentlich nochmal anziehen, aber viel ist nicht mehr drin… lediglich die letzten 150 Meter vorm Ziel kann ich nochmal Gas geben … ich bin im Ziel … mein erster Halbmarathon und meine Uhr sagt mir 01:48:37 … ich bin zufrieden!
Stolz bin ich aber vor allem auf meinen Laufkollegen Stefan, der trotz Knieschmerzen den Lauf in 02:04:00 durchgezogen hat! Hut ab, da gehört viel Zähnebeissen dazu, denn 21 km sind lang!
Ich bin froh, dass wir’s geschafft haben und freue mich drauf jetzt in die Rennrad- und MTB-Saison einzusteigen … und wer weiß: vielleicht gibt’s ja im Herbst nochmal nen Halbmarathon …
Ergebnisse gibt’s unter:
http://results.mikatiming.de/2008/frankfurter_hm/index.php
Die Bilder, die Jasmin geknipst hat, werde ich noch im Gallery-Bereich veröffentlichen …
Lass Dir gratulieren! Finde es ne starke Leistung, die du da gelaufen bist. Ich weiß wie sich so manche km anfühlen können.
Übrigens ein echt netter Bericht. Viele Grüße Thorsten
Also auch noch mal von hier, ich bin total begeistert von deiner gelaufenen 1:48, ich meine du bist im deinem ersten lauf schneller auf die Distanz als meiner einer gewesen. Und ich hab ja schon ein zwei halbe gelaufen *g. Bin aber mit meiner Zeit von 1:49 auch völlig zufrieden :-)
Da ja immer gerne Anstifte und das mit dem halben ja jetzt so gut geklappt hat, meine ich immer noch du solltest doch im Herbst eher auf die volle Distanz gehen.
Wie wäre es denn mit Berlin?
http://www.real-berlin-marathon.com/
Ich denke das wird mein Herbst lauf wieder werden, fast 50000 Leute am Start und Party an der Strecke.
Überlegs dir :-)